Telomerverkürzung

 

 

 

 

 

 

 

Umweltfaktoren und Lebensstil beeinflussen Telomerlänge

Die Telomerlänge wird nicht nur durch genetische Kontrolle bestimmt, auch äußere Einflüsse können sie verändern. Nach heutigen wissenschaftlichen Standards oxidativer Stress, psychosozialer Stress, Alkohol, Rauchen, Adipositas und körperliche Untätigkeit führen zu beschleunigter Telomerverkürzung.  Umgekehrt konnen körperliche Aktivität, eine nach heutigen Ansichten antioxidative Ernährung (siehe Freie Radikale), sowie stressfreie soziale Beziehungen mit einer verlangsamten Telomerverkürzung und sogar einer teilweisen Verlängerung der Telomere verbunden sein. 

Telomerase ist bekanntlich das Enzym, das beschädigte Telomere teilweise wieder herstellen kann. Für Longevity-Fans eine einfach zu beschreitende Möglichkeit lebensverlängernde Gewohnheiten in ihren Alltag einzubauen.

So wurde schon in den frühen 2000ern ein Experiment mit 24 Teilnehmern durchgeführt, die ein ganzes Vierteljahr sich überwiegend nur pflanzlich und fettreduziert ernähren mussten. Industriell hergestellte Lebensmittel waren verboten, ebenso Fleisch, Eier, Milchprodukte, einzig Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn-Getreide waren erlaubt. Zusätzlich mussten sie eine Ausdauersportart ausüben und Stress vermeiden oder meditieren.

Diese Übung führte nach diesem Vierteljahr zu einer Steigerung der Telomerase-Aktivität zwischen 30 und 80 Prozent bei den Experiment-Teilnehmern. Als weitere Boni ergaben sich eine Verbesserung im Bodi-Mass-Index, im Blutdruck, Cholesterin, Leber- und Entzündungswerten.

Fünf Jahre später wurden die gleichen Teilnehmer erneut untersucht. Diejenigen, die diese neue Ernährungsweise weiter praktiziert hatten, hatten danach nicht nur nicht verkürzte Telomere, sondern sogar verlängerte Telomere, was bedeutet, dass ihre Zellen weniger gealtert, sondern verjüngt waren. Der Teil der Gruppe, die dagegen nach dem Experiment wieder alte Gewohnheiten aufnahm, sich wieder Fleisch und industriell hergestellten Produkten zuwandten, hatten erwartungsgemäß verkürzte Telomere.

 

 

 

 

Spermidin als herz-, leber- und nierenschützende Substanz

Spermidin ist eine endogene, natürliche Substanz, die in der männlichen Samenflüssigkeit existiert. Ihren Namen erhielt sie, da sie hier zuerst entdeckt wurde.  Spermidin existiert jedoch in sämtlichen Körperzellen und auch einzelne, bestimmte Darmbakterien können sie bilden.  Dies impliziert, dass ein Mangel an diesen Darmbakterien - wodurch auch immer verursacht (Candidalysin unterdrückt für den Pilz Candida schädliche Bakterien, später mehr hierzu!)  - mit einer erhöhten Telomerverkürzung einhergehen kann, mit allen negativen Folgen. Die physiologische Funktion des Spermidins in wachsenden Zellen ist noch aktueller Forschungsgegenstand.

Im wesentlichen wird Spermidin jedoch über die Nahrung aufgenommen. Spermidin kommt primär in Weizenkeimen, Käse, Sojaprodukten und Hülsenfrüchten vor.   Spermidin aktiviert in unseren Zellen  die Autophagie. Eingedrungene Krankheitserreger, fehlerhafte Proteine oder nicht mehr funktionstüchtige Zellbestandteile werden dadurch eliminiert.

 Da im Alter die Konzentration von Spermidin in den Zellen abnimmt, macht es Sinn, diese im Alter vermehrt durch die Nahrung zuzuführen. In Tierversuchen konnten deutliche Anti-Aging-Effekte dabei beobachtet werden. Es traten weniger Nieren- und Leberschäden auf und eine verbesserte leistungssteigernde Glukoseversorgung im Gehirn konnte festgestellt werden. Von auschlaggebender Bedeutung ist jedoch der herzschützende Effekt von Spermidin. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass die kardio-protektive Wirkung mit einer verminderten Telomerverkürzung im Herzgewebe in Verbindung steht. Spermidin kann die Enden der Chromosomen in unseren Körperzellen vor Abbau schützen.

Der aufmerksame Leser meiner Seiten wird festgestellt haben, dass ich generell vor Weizenprodukten warne, was natürlich auch für Weizenkeime gilt. Mittlerweile gibt es auch extrahiertes Spermidin (allerdings meist auch aus Weizenkeimextrakt ) als neuartiges Lebensmittel. Es wird oft unter der Bezeichnung „Weizenkeimextrakt mit hohem Spermidingehalt“ in Nahrungsergänzungsmitteln für Erwachsene verkauft. Als Alternative kommen Sojabohnen in Betracht, sie enthalten signifikante Konzentrationen an den Polyaminen  Cadaverin, Agmatin, Putrescin, Spermidin und Spermin.

Da der gesamte Formenkreis, insbesondere mit Leber- und Nierenschäden, in unserem Zusammenhang eine besondere Bedeutung besitzt, später mehr hierzu...

Später mehr....



Einige Links zum weiterlesen:


https://www.mpg.de/11790231/mpi_age_jb_2017
Nature Microbiology, doi: 10.1038/s41564-023-01370-6 https://www.nature.com/articles/s41564-023-01370-6

https://proktologen24.de/mikrobielle-fermentation-im-darm/

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/alles-beginnt-im-darm-147293/

https://www.jacionline.org/article/S0091-6749(20)30637-0/fulltext

https://proktologen24.de/intestinale-transitzeit/

https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2020/09/10/polyamine-beeinflussen-darmgesundheit-positiv/

Erfolgreiches Fasten braucht Spermidin — Universität Bonn: uni-bonn.de

Jungbleiben mit Spermidin? | Verbraucherzentrale.de: verbraucherzentrale.de

Spermidine induces autophagy by inhibiting the acetyltransferase EP300

Cardioprotection and lifespan extension by the natural polyamine spermidine

Spermidine Enhances Mitochondrial Bioenergetics in Young and Aged Human-Induced Pluripotent Stem Cell-Derived Neurons

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