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Thymus und Immunsystem


 

Der Thymus gehört zum sogenannten lymphatischen System und erfüllt wichtige Funktionen innerhalb der körpereigenen Abwehr. Mit zunehmendem Alter nehmen Größe und Gewicht des Thymus ab. T-Lymphozyten sind Teil des erworbenen Immunsystems, eine Art weißer Blutkörperchen. Sie sind für die Immunabwehr von zentraler Bedeutung. Sie entwickeln sich in den frühen Lebensjahren im Thymus, einem lymphatischen Organ, das im Brustkorb hinter dem Brustbein liegt. Der Thymus schult quasi die T-Lymphozyten. Dieser Prozess ist hochkomplex und wird durch sogenannte Thymuspeptide gesteuert. Diese winzigen Eiweißstoffe sind gewissermaßen das Lehrmaterial, mit dem die Immunzellen geschult werden. Hier entscheidet sich, wie effektiv der Körper später auf Krankheitserreger reagieren kann. Ein gut geschulter T-Lymphozyt erkennt einen Virus problemlos. Im Falle einer mit einem Virus infizierten Zelle werden dadurch vermehrt virale Peptide präsentiert, welche wiederum von spezifisch geprägten Zytotoxischen T-Zellen erkannt werden. Die Immunantwort wird so im infizierten Bereich verstärkt, der Angriff wird koordiniert, ohne dabei gesundes Gewebe zu zerstören. Die Unterscheidung zwischen „Selbst“ und „Nicht-Selbst“ ist ein hochkomplexer Prozess und diese Präzision in der Unterscheidung ist es, die uns vor schweren Krankheitsverläufen schützt und gleichzeitig sicherstellt, dass wir keine Allergien oder Fehlreaktionen gegen uns selbst entwickeln. Allerdings verliert der Thymus im Laufe des Alters an Funktion und lässt immer weniger T-Zellen heranreifen mit der Folge, dass die Immunabwehr schwächer wird.

Obwohl der Thymus manchmal als Drüse bezeichnet wird, ist er nicht wie eine Drüse strukturiert.

Der Thymus nimmt mit dem Alter an Größe und Funktion ab. Dieser Prozess wird als altersbedingte Thymusinvolution (Thymusschrumpfung) bezeichnet, die im ersten Lebensjahr eingeleitet wird und bis zum Tod mit einer signifikant beschleunigten Progression nach der Pubertät fortschreitet. 18 Studien haben gezeigt, dass das Thymusepithelzellen-Kompartiment vom ersten Lebensjahr mit einer Rate von etwa drei Prozent pro Jahr bis zum Alter von 35-45 Jahren abnimmt, parallel zu einer Erweiterung des perivaskulären Raums, die sich nach und nach mit Adipozyten und peripheren Lymphozyten füllt. Danach nimmt das Thymusepithelzellen-Kompartiment mit einer jährlichen Rate von etwa einem Prozent ab, was zu einem hypothetischen, nicht funktionierenden Thymus im Alter von 105 Jahren führt. Jüngste Beweise deuten jedoch darauf hin, dass Überhundertjährige immer noch naive T-Zellen produzieren, die zu einem vielfältigen, naiven Repertoire von T-Zellen beitragen.

Lesen Sie hier weiter: Strategies for thymus regeneration and generating thymic organoids https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2468498821000159

 

 Es gibt Versuche mit von außen zugeführten Thymusextrakten die Immunabwehr des Organismus anzuregen.

Lesen Sie hier weiter: https://www.nature.com/articles/s41586-022-04752-8 oder hier und hier und hier.

Sex Steroidablation (SSA) bei jungen und erwachsenen Mäusen haben eine thymische Verjüngung gezeigt, die den Beitrag von Sexualhormonen unterstreicht. Eine anschließende klinische Studie mit SSA in einer älteren Kohorte von Prostatakrebspatienten ergab eine erhöhte thymische Funktion nach der Behandlung mit einem LHRH-Agonisten, der mit einer Zunahme von naiven CD4 + und CD8 + T-Zellen und NK-Zellen verbunden war.

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Immunantwort auf UV-Licht



Das UV-Licht der Sonne löst eine komplexe Immunantwort in freiliegender Haut aus. Nach einer geringen Bestrahlung mit UV-B-Licht nehmen T-Zellen zunächst in der äußeren Hautschicht ab, mit einem Minimum um den vierten Tag. Dann aber passiert Interessantes: Eine signifikante Welle von Gedächtnis-T-Zellen strömt in die Haut ein und erreicht etwa am 14ten Tag nach der Exposition ein Maximum. Dabei handelt es sich um erfahrene Immunzellen, die schon Bedrohungen erfahren haben. Dies kann dazu beitragen, die lokale Immunabwehr zu stärken.

Gleichzeitig verändert die UV-Exposition das Verhalten von antigenpräsentierenden Zellen (APC) in der Haut, die für das Kenntlichmachen von Eindringlingen für das Immunsystem verantwortlich sind. Antigenpräsentierende Zellen nehmen Allergenmoleküle auf und bauen sie zu Fragmenten, zu kleinen Polypetiden ab, die antigenisch wirksam sind. Der Nettoeffekt ist eine vorübergehende Umschichtung der Immunressourcen. Dies scheint ein Grund zu sein, warum eine moderate Sonneneinstrahlung andere Immunwirkungen zu haben scheint als ständige Sonnenaussetzung. Kurze Dosen mobilisieren Schutzzellen, während übermäßiges UV-Licht die lokale Immunität sogar reduzieren kann.

 


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