|
|
Leaky Gut heilen |
|
|
Wie schon im Kapitel Darm erwähnt, sind bestimmte Bakterienarten besonders günstig für die Erhaltung der
Darm-Barrierefunktion. Deshalb hier noch einmal eine kleine Aufzählung dieser Arten: Faecalibacterium prausnitzii ist ein besonders wichtiges Bakterium für die Darmschleimhaut. Es stellt antientzündliche Stoffe und die Fettsäure Butyrat her. Es kann nicht supplementiert (von außen zugeführt) werden, aber durch eine entsprechende Ernährung 'gefördert' werden. Namentlich Inulin aus Chicorée, Bananen (unreife), Artischocken, Schwarzwurzel, Zwiebeln fördern das Wachstum. Akkermansia muciniphila ist extrem wichtig für die Schleimbildung im Dickdarm. Auch Akkermansia muciniphila kann nicht supplementiert (von außen zugeführt) werden. Nur durch eine ballaststoffreiche Ernährung kann dieses Bakterium gefördert werden. Als Richtwert kann man eine tägliche Zufuhr von 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag annehmen. Hülsenfrüchte, Flohsamen, Leinsamen , Brokkoli und Hafer , aber auch plyphenolhaltige Lebensmittel wie Aroniabeeren, Oliven, Blaubeeren, Nüsse fördern das Wachstum dieser Bakterien. Eine ballaststofffreie Ernährung scheint ein Umschalten im Stoffwechsel von A. muciniphila auszulösen: Nun scheint das eigentlich nützliche Bakterium den Schleim abzubauen, sodass Löcher in der Schutzschicht entstehen. Dies kann die Integrität der Darmbarriere beschädigen. Weitere Forschung ist hier erforderlich. Bifidobakterien sind einer der wichtigsten Bakterienstämme des Darmmikrobioms. Bifidobakterien zählen zu den Bakterienstämmen, die mit zunehmendem Alter immer mehr abnehmen (!). Sie sind die eigentlichen Milieubildner des Dickdarms indem sie Zucker zu Milchsäure vergären. Sie sind von außen zuführbar, etwa durch Yoghurt. Bifidobakterien leiden sehr stark unter Antibiotikagaben und auch sie sind besonders dankbar für eine ballastoffreiche Ernährung. Laktobazillen sind eine weitere die Verdauung und das Immunsystem unterstützende Bakterienart. Man kann sie einfach fördern durch gewöhnliches Trinken von Wasser. Viele der Lactobazillenarten sind normalerweise lebenslange Begleiter in unserem Darm. Einige der besonders wichtigen Lactobazillen wurden schon im Kapitel Darm erwähnt. Es sind dies Lactobacillus plantarum, Lactobacillus rhamnosus und Lactobacillus gasseri und Lactobacillus reuteri. L. plantarum, L. rhamnosus, L.brevis und L.fermentum besiedeln den Darm allerdings nur vorübergehend. Vollkornprodukte fördern ihr Wachstum, auch Inulin und Oligofructose fördern ihr Wachstum. Desweiteren sollte ein gutes Probiotikum einen Enterococcus-Stamm beinhalten, etwa Enterococcus faecium. Wie gesagt, sind solche Empfehlungen sämtlich als sehr vorläufig zu sehen. Fast täglich wächst das Wissen um positive und negative Auswirkungen und Gesamtzusammenhänge im Darmmikrobiom. Es geht zuerst einmal darum, die Hunderte von Mikroben im Darm auf einige wenige krankheitsrelevante Darmbewohner zu reduzieren, um diese dann gezielt einer Untersuchung zu unterwerfen, um eine erste Übersicht zu gewinnen. Hier auf dem Laufenden zu sein erfordert eine intensive Literaturstudie. Als nur zwei Beispiele, welche Effekte bei der gesamten Problematik zu bedenken sind: Eines der grundsätzlichen Probleme bei einer Dysbiose stellt wohl die Veränderung des Darmmilieus dar, die erfahrungsgemäß eine Zufuhr von 'guten' Bakterien ineffizient oder gar sinnlos machen kann, weil negativ wirkende Darmbewohner das Milieu in eine Richtung verschoben haben, das nur für sie zuträglich ist. Selbst die Galle und Leber könnten hier eine Rolle zu spielen. Eine andere Fragestellung betrifft die individuellen Risikofaktoren. Welche potentiell schädliche Mikrobe nutzt welchen Risikofaktor eines Menschen, um eine Krankheit auszulösen oder auszuweiten? Wie reagiert das Immunsystem auf die jeweilige schädliche Mikrobe? Insgesamt bleibt festzuhalten, dass selbst viele der zusammenfassenden Studien in pubmed nur vorläufige Empfehlungen und Schlussfolgerungen geben. Es ist wohl noch viele weitere Forschung nötig, bis definitive Aussagen möglich sind. Kein Wunder bei einer so jungen Wissenschaft. Andererseits ist das Thema hochkomplex und selbst eine Aufgliederung in einzelne Gebiete wie SIBO, SIFO, IMO wird dem Thema nicht gerecht. Widersprüchliche Aussagen finden sich daher selbst in dem deutschen Standardwerk zu Leaky Gut, etwa wenn es um Xilith geht. Die Frage stellt sich daher, ob es hier sinnvoll ist, tiefer in Heilungsthemen einzusteigen, oder ob man es dem Leser überlassen soll, aus den gegebenen Informationen eigene Schlüsse zu ziehen. Viele der B-Vitamine sind wichtig für eine funktionierende Darmschleimhaut. Vitamin B2, Biotin, Niacin und Vitamin A fördern den Erhalt der Darmschleimhaut und auch Vitamin B12, Vitamin D, Folsäure, Zink und Magnesium liefern Beiträge in verschiedenster Hinsicht. B-Vitamin-Lieferanten sind Nüsse, Vitamin A ist in Karotten zu finden, Vitamin D liefert die Sonne (zu Hautkrebs später mehr). Zahlreiche Methoden werden z. Z. erforscht, um die Funktion der Darmbarriere zu verbessern. Wie bereits erwähnt, wurden Probiotika verwendet, um die Barrierefunktion zu verbessern. Neuartige Verabreichungssysteme, einschließlich Verkapselung und Nanomedizin könnten von den jüngsten technologischen Fortschritten profitieren. Die Erzeugung von Bakterienstämmen, die unterschiedliche entzündete Regionen des Darms erreichen können, oder sich speziell an definierte Zellpopulationen binden werden z. Z. untersucht. Ihre Wirkung auf die Darmbarrierefunktion zu maximieren ist ein Hauptziel derzeitiger Forschung. Der Einsatz von Kombinationstherapien mit mehreren probiotischen Stämmen wird derzeit verstärkt diskutiert. Unter anderem wurden 17 ausgewählte probiotische Stämme, die speziell für die Darmbarrierefunktion und die Behandlung von Colitis wichtig sind, untersucht. Außerdem wird der Einsatz von Probiotika mit Ballaststoffen kombiniert um eine Verbesserung der Barrierefunktion zu erreichen. Auch Bakteriophagen-Präparate werden getestet, die schädliche Bakterien bekämpfen um eine Dysbiose und damit verbundene Barrierefunktionsstörung zu behandeln. Als Alternative zu Probiotika stellt die Supplementierung mikrobieller Metaboliten ein aufkommendes Feld für die Behandlung von Barriereveränderungen dar. In diesem Zusammenhang werden Acetat, Propionat, Butyrat und Valerat verwendet, um Darmentzündungen und Barrierefunktionen zu modulieren. Es wurde gefunden, dass Urolithin A und strukturelle synthetische
Analogon die
Funktion der Darmbarriere stärken können. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass Oxyberberin, ein
Darmmikrobiota-Metabolit von Berberin, die Symptome einer Colitis durch eine Verbesserung der Barrierefunktion
zu behandeln verspricht.
Und natürlich, die unter freie Radikale und Pilzbekämpfung angegebenen natürlichen Mittel. Selbstverständlich gilt und wer die anderen Seiten dieser Site gelesen hat, weiß es: Zucker möglichst vollständig vermeiden, Fleisch, Wurst (Antibiotika!) möglichst vollständig weglassen, verarbeitete Lebensmittel möglichst vollständig reduzieren. Stichworte zum Weiterlesen sind: Transfette, oxidierte Fette, Acrylamid, Bisphenol A, Weichmacher, Mineralölkohlenwasserstoffe in Speiseöl, Pestizide, Mikroplastik in Fisch, Obst, Gemüse, .... Positiv dagegen hervorzuheben sind ungeschälter Reis, Vollkorngetreide, Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Leinsamen, Flohsamen, Hafer, Haferkleie, (Weizenkleie), Olivenöl (kaltgepresst, hat mehrfachen Nutzen: Polyphenole, Oleocanthol und Oleuropein,... ), Leinöl, Aronia, Ingwertee, (türkischer)Kefir(sehr wirksam, kann aber auch extreme Reaktionen hervorrufen), ...
Überaus wichtig und hervorzuheben ist, dass man mit Zucker und Antibiotika Schäden anrichten kann, die mit den milden Gegenmitteln kaum wieder gutzumachen sind. Demnächst mehr.
|
||
|
|
Copyright © R.Cooper-Bitsch,
Germany, 2025 |