Leaky Gut  Syndrom

 


Nachdem auf dieser Site seit nunmehr fast genau zwanzig Jahren die Gefahren durch Candida-Pilze beschrieben werden, kommt nun die Bestätigung durch die Medizin. Krankheiten, die laut der derzeitigen Medizinforschung durch das Leaky-Gut-Syndrom verursacht sind, reichen von der chronischen Schilddrüsenerkrankung  über die verschiedensten Hauterkrankungen, Neurodermitis, über Rheuma, über Multiple Sklerose und Lungen-, Augenerkrankungen, Morbus Crohn, Autismus und Parkinson,  Colitis ulcerosa und psychischen Erkrankungen bis zu Zöliakie, Herzkrankheiten und Migräne.

Immer mehr Krankheiten stehen nicht nur im Verdacht auf eine im Vergleich zu Kontrollgruppen signifikant erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut zurückzuführen zu sein, sondern ganz handfeste Beweise liegen mittlerweile vor, dass die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut ursächlich ist für eine Vielzahl von schweren Erkrankungen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien wurden mittlerweile publiziert, die beweisen, dass bei Vielen der aufgeführten Krankheiten ein Leaky Gut Syndrom ursächlich sein kann.

Antibiotika und andere Medikamente, etwa Cortison und Magensäureblocker, bereiten das Terrain, indem sie die Darmflora beeinträchtigen und den Schutzschild der Darmschleimhaut schädigen.

Wie neuere Untersuchungen zeigen, können Antibiotikaanwendungen erhebliche Schäden am Darmmikrobiom verursachen. Es zeigte sich, dass Antibiotikatherapien, die vier bis acht Jahre zurücklagen noch deutliche Unterschiede im Mikrobiom auffinden ließen:  weiterhin veränderte Häufigkeiten oder Vielfalt verschiedener Bakterienarten im Darm konnten gefunden werden. Was dies nun bei 3 oder 4 verschiedenen Antibiotikatherapien in relativ kurzer Zeit, wie bei dem heute verschwenderischen Umgang mit Antibiotika nicht unüblich bedeutet, kann man sich leicht ausmalen. 

Und selbst bei autistischen Störungen und Herzproblemen, Migräne und Kopfschmerzen und auch bei psychischen Störungen kann ein Leaky Gut Syndrom vorliegen.

Vielen Ärzten ist diese Problematik nicht bekannt. Betroffene haben oft eine Odyssee durch viele Arztpraxen hinter sich, bevor sie eine entsprechende Behandlung erfahren (oder eben auch nicht. Übrigens: noch in den Neunzigern und Anfang der 2000er waren nicht nur in japanischen Darmaufbaupräparaten noch Candida enthalten.).

 

 

 

Ursache Ernährung

Es blieb den Forschenden auch nicht verborgen, dass es eine Gruppe von Menschen mit einer ganz bestimmten Ernährung ist, die bevorzugt unter dem Leaky Gut-Syndrom leidet. Eine Ernährung mit viel Zucker und isolierten Kohlenhydraten, wie Weißmehl,  weißem Reis, hellem Brot, helle Nudeln fördert offensichtlich das Syndrom. Dies geht oft einher mit dem Verzicht auf Ballaststoffe und Gemüse. Fleisch- und Wurstprodukte im Überfluss (Antibiotika!), ungünstige Käseprodukte, schlechte Fette und Alkohol komplettieren das Bild. Eine Empfindlichkeit gegen Gluten und Milcheiweiß, bzw Kasein ist oft begleitend zu beobachten.

 

 

 

Leaky Gut syndrom durch Pilze

Ursächlich durch Antiobiotikatherapien (dies wird von ärztlichen Ratgebern gerne heruntergespielt), aber auch durch Zucker und übermäßigen Fleischverzehr, Weißmehlprodukte kann sich der unter normalen Bedingungen in Schach gehaltene   Darmmitbewohner Candida übermäßig vermehren und die Darmschleimhaut schädigen.

Dabei verdrängt Candida zuerst nur die gesunde Darmflora, die normalerweise die Darmschleimhaut schützt. Parallel gibt Candida Pilztoxine (Candidalysin) ab, die andere Darmbewohner und  die Darmschleimhaut beeinträchtigen.

Im schlimmsten Fall kann schließlich der Pilz selbst in den Blutkreislauf gelangen und die Organe befallen. Dies stellt eine (seltene) schwer zu beherrschende systemische Pilzinfektion dar.

 

 

 

 

Nachweis durch Lactulose und Mannitol

Ein Test, der (in Deutschland noch nicht? Meine Anrufe führten sämtlich ins Leere) von gastroenterologischen Arztpraxen angeboten wird, nutzt die Zucker Lactulose und Mannitol. Im Gegensatz zur früher genutzten LGS-Diagnose, die durch andere Problematiken beeinflusst sein kann, sollen diese Tests spezifischere Ergebnisse liefern.

 

 

 

Auch Krebs betroffen

Schon 2014 tauchten erste Vermutungen auf, dass auch das Krebsgeschehen durch das Leaky Gut-Syndrom beeinflusst sein könnte: Multigenic disease development is dependent on both missing and overactivated pathways, just as the homeostasis of our body systems is the product of many complex, redundant mechanisms. The goal of finding a common factor in the disease pathogenesis is difficult, as genetic and pathophysiological data are still incomplete, and the individual variability is enormous. Nevertheless, the examination of the role of human microbiota in illnesses using animal models of human diseases reared in defined (gnotobiotic) conditions could allow insight into the unusual complexity of the mechanisms involved in the initiation and maintenance of chronic diseases, including cancer. Although the most important findings in this fascinating field are still to come, a hypothesis, which is more than speculative, can be made, as it is clear that our bacterial companions affect our fates more than previously assumed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25291131/

Die Entwicklung multigener Krankheiten ist sowohl von fehlenden als auch von überaktivierten Signalwegen abhängig, genauso wie die Homöostase unserer Körpersysteme das Produkt vieler komplexer, redundanter Mechanismen ist. Das Ziel, einen gemeinsamen Faktor in der Krankheitspathogenese zu finden, ist schwierig, da genetische und pathophysiologische Daten noch unvollständig sind und die individuelle Variabilität enorm ist. Dennoch könnte die Untersuchung der Rolle der menschlichen Mikrobiota bei Krankheiten unter Verwendung von Tiermodellen von menschlichen Krankheiten, die in definierten (gnotobiotischen) Erkrankungen aufgezogen werden, einen Einblick in die ungewöhnliche Komplexität der Mechanismen geben, die an der Einleitung und Aufrechterhaltung chronischer Krankheiten, einschließlich Krebs, beteiligt sind. Obwohl die wichtigsten Erkenntnisse in diesem faszinierenden Bereich noch kommen werden, kann eine Hypothese, die mehr als spekulativ ist, gemacht werden, da klar ist, dass unsere bakteriellen Begleiter unser Schicksal stärker beeinflussen als bisher angenommen.

 

 

Und verdichtet sich seither :

Die Darmbarriere trennt Billionen von Mikroben vom größten Immunsystem im Körper; Wenn sie beeinträchtigt wird, heizt eine "undichte" Darmbarriere eine systemische Entzündung an, die das Fortschreiten chronischer Krankheiten beschleunigt. Strategien zur Erkennung und Reparatur der undichten Darmbarriere bleiben dringend und stellen ein ungedecktes Bedürfniss dar. In letzter Zeit wurde ein Stress-Polaritäts-Signalweg (SPS) beschrieben, in dem der metabolische Sensor, die AMP-Kinase, über ihren Effektor GIV (auch bekannt als Girdin) wirkt, um die epitheliale Polarität ausschließlich unter energetischem Stress zu verstärken und die Tumorbildung zu unterdrücken. Mit murinen und humanen, aus dem Dickdarm stammenden Organoiden und enteroidabgeleiteten Monoschichten (EDMs), die Stressoren ausgesetzt sind, zeigen wir, dass der SPS-Weg im Darmepithel aktiv ist und eine katalytisch aktive AMP-Kinase benötigt. Seine pharmakologische Augmentation widersteht dem stressinduzierten Zusammenbruch des Epithels, wenn er mit Mikroben oder mikrobiellen Produkten herausgefordert wird. Darüber hinaus wird der SPS-Signalweg im alternden Darm unterdrückt, und seine Reaktivierung in enteroidabgeleiteten Monoschichten kehrt die alterungsbedingte Entzündung und den Verlust der Barrierefunktion um. Es wird auch während des Fortschreitens von Darmkrebs zum Schweigen gebracht. Diese Ergebnisse zeigen die Bedeutung des SPS-Signalwegs im Darm und hebt sein therapeutisches Potenzial zur Behandlung von Darmbarrierenfunktionsstörungen bei Alterung, Krebs und Dysbiose hervor.

 

 

2025:

Abstract

The intestinal barrier serves as a boundary between the mucosal immune system in the lamina propria and the external environment of the intestinal lumen, which contains a diverse array of microorganisms and ingested environmental factors, including pathogens, food antigens, toxins, and other foreign substances. This barrier has a central role in regulating the controlled interaction between luminal factors and the intestinal immune system. Disruptions of intestinal epithelial cells, which serve as a physical barrier, or the antimicrobial peptides and mucins they produce, which act as a chemical barrier, can lead to a leaky gut. In this state, the intestinal wall is unable to efficiently separate the intestinal flora and luminal contents from the intestinal immune system. The subsequent activation of the immune system has an important role in the pathogenesis of inflammatory bowel disease, as well as in metabolic dysfunction-associated steatohepatitis, primary sclerosing cholangitis, and colorectal cancer. Dysregulated intestinal barrier integrity has also been described in patients with chronic inflammatory diseases outside the gastrointestinal tract, including rheumatoid arthritis and neurodegenerative disorders. Mechanistic studies of barrier dysfunction have revealed that the subsequent local activation and systemic circulation of activated immune cells and the cytokines they secrete, as well as extracellular vesicles, promote proinflammatory processes within and outside the gastrointestinal tract. In this Review, we summarise these findings and highlight several new therapeutic concepts currently being developed that attempt to control inflammatory processes via direct or indirect modulation of intestinal barrier function.

Die Darmbarriere dient als Grenze zwischen dem Schleimhautimmunsystem in der Lamina propria und der äußeren Umgebung des Darmlumens, das eine Vielzahl von Mikroorganismen und aufgenommenen Umweltfaktoren enthält, darunter Krankheitserreger, Lebensmittelantigene, Toxine und andere Fremdstoffe. Diese Barriere spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung der kontrollierten Wechselwirkung zwischen luminalen Faktoren und dem Darmimmunsystem. Störungen der Darmepithelzellen, die als physikalische Barriere dienen, oder die von ihnen produzierten antimikrobiellen Peptide und Mucine, die als chemische Barriere wirken, können zu einem undichten Darm führen. In diesem Zustand ist die Darmwand nicht in der Lage, die Darmflora und den luminalen Inhalt effizient vom Darmimmunsystem zu trennen. Die anschließende Aktivierung des Immunsystems spielt eine wichtige Rolle bei der Pathogenese von entzündlichen Darmerkrankungen sowie bei metabolisch-dysfunktionalisierter Steatohepatitis, primärer sklerosierender Cholangitis und Darmkrebs. Die dysregulierte intestinale Barriereintegrität wurde auch bei Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Trakts beschrieben, einschließlich rheumatoider Arthritis und neurodegenerativen Störungen. Mechanistische Studien zur Barrierefunktionsstörung haben gezeigt, dass die nachfolgende lokale Aktivierung und systemische Zirkulation von aktivierten Immunzellen und den von ihnen abgesonderten Zytokinen sowie extrazellulären Vesikeln proinflammatorische Prozesse innerhalb und außerhalb des Magen-Darm-Trakts fördert. In diesem Review fassen wir diese Erkenntnisse zusammen und heben mehrere neue therapeutische Konzepte hervor, die derzeit entwickelt werden, die versuchen, entzündliche Prozesse durch direkte oder indirekte Modulation der Darmbarrierefunktion zu kontrollieren.

(die Übersetzungen sind nur leicht korrigierte Übersetzungen des Firefox-Übersetzungswerkzeugs. Die Übersetzungen sind hier nur aufgenommen um nicht-englischsprachigen Nutzern einen ersten Eindruck zu geben. Falls Sie nicht selbst übersetzen können/wollen nutzen Sie einen guten Übersetzer wie den Deepl-Übersetzer.)

 

 

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